Grüezi-Prozess ++ Schrottimmobilien ++ 9. Verhandlungstag

 

Am 08.06.2015 war der 9. Verhandlungstag im Prozess gegen die Angeklagten in dem Grüezi-Schrottimmobilienprozess in Berlin . Zeugen wurden vernommen.

Katja R. setzt ihre Einlassungen fort

Katja R., lange Zeit Lebensgefährtin des Angeklagten Vertriebschef Marian B., gibt eine persönliche Erklärung ab. Nach eigenen Angaben war sie das Werkzeug von Marian B. Sie befolgte seine Anweisungen. Sie hatte den Eindruck, dass er sie nur für seine Geschäfte benutzte, da er selber aufgrund von Vorstrafen und seiner persönlichen Vermögenssituation nicht als Geschäftsführer tätig sein konnte. Sie war eine Strohfrau. Marian B. war ihr Chef. Katja R. hatte nichts zu entscheiden, so ihre Einlassung.

Bei der Praka Ltd., einer Immobiliengesellschaft, die in Zypern ihren Sitz hat, war der damalige Grüezi-Vorstand Roman D. neben Marian B. die treibende Kraft.

Über die Praka sollten Immobiliengeschäfte in Deutschland getätigt werden, ohne dass geschädigte Anleger Schadensersatzansprüche geltend machen konnten. Roman D. war nach Angaben von Katja R. der Ansprechpartner und lieferte alle Informationen für die Abschlüsse der Geschäfte mit der Praka.

Katja R. Aussagen decken sich mit Beobachtungen von Resch Rechtsanwälten

Die Ausführungen von Katja R. decken sich mit den Erfahrungen von Resch Rechtsanwälte. Es gibt verschiedene Objekte im Wedding, echte Schrottimmobilien, die von der Praka über die Vertriebsschiene von Marian B. vermittelt wurden. Ganz offenkundig wollte sich Roman D. nach den verlorenen Prozessen und den ganzen Streitigkeiten um nicht durchgezogene Sanierungen der verkauften Immobilien seine Firmen Grüezi, Vito und Vireo nicht länger derartigen Problemen aussetzen. So schien der Einsatz der Praka als die optimale Lösung des Problems. Das war für Resch Rechtsanwälte offenkundig.

Vermittler wird vernommen

Dann wurde ein weiterer Zeuge vernommen. Er war als Vermittler tätig. Von ihm wurde noch mal deutlich gemacht, dass er beim Erstgespräch nur über das Steuersparmodell aufklären sollte, aber nicht, dass letztlich der Erwerb einer Immobilie der wirkliche Gegenstand des Geschäftes sein sollte.

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