Geht Prokon die Luft aus? Neues Risiko bei Prokon? Erfahrungen mit Prokon

03.12.2013

Unter der Unterschrift Laues Lüftchen berichtet die „Welt am Sonntag“ am 01. Dezember 2013 über Besorgnis erregende Daten aus der Welt der Prokon. Welche Risiken können entstehen?...

Die alarmierenden Zahlen kommen ausgerechnet von der Prokon selbst. Die aktuellen Konzerndaten deuteten darauf hin, dass Anleger zunehmend ihr Interesse an der Prokon verlieren. Es gibt beim Zuwachs des Genussrechtskapitals ein dramatisches Minus von bis zu 90 Prozent, heißt es bei der „Welt am Sonntag“.

Rückgang der Einzahlungen

Rund 1,36 Milliarden Euro habe Prokon bei 74.000 Sparern eingesammelt und dafür Genussrechte eingeräumt. 6 % bis 8 % Zinsen verspricht die Prokon dafür. Auf der Internetseite der Prokon sind jetzt neue Firmendaten veröffentlicht. In den ersten 8 Monaten des Jahres 2013 hat der Konzern demnach rund 322 Mio. Euro Genussrechtskapital eingesammelt. Das sind rund 40 Millionen Euro in jedem Monat. Ab September kamen aber nur noch durchschnittlich 3,7 Millionen Euro hinzu. Anders ausgedrückt: Das sind 90 Prozent weniger an neu eingeworbenen Geldern als bis zum August 2013, nur noch ein Zehntel der durchschnittlichen Summe.

Binnen fünf Jahren sind die meisten Genussrechte fällig

Aus den als „teilkonsolidierte Zwischenbilanz“ im Internet veröffentlichten Zahlen ergeben sich eine Reihe weiterer brisanter Informationen. Besonders schwerwiegend ist die Restlaufzeit. Fast das gesamte Genussrechtskapital wird in weniger als 5 Jahren fällig. Die Anleger könnten bald ihr Geld zurück fordern.

Verliert Prokon das Vertrauen seiner Anleger?

Die jüngsten Zahlen mögen die Sorgen mancher Anleger begründen. Prokon erwirtschaftete im operativen Geschäft in den ersten 8 Monaten 2013 rund 22,5 Millionen Euro. Gleichwohl hat die Prokon den Anlegern in diesem Zeitraum 44,3 Millionen Euro an Zinsen gezahlt. Es ergibt sich ein Defizit von fast 22 Millionen Euro.
Den 1,41 Milliarden Euro aus Genussrechten und Bankkrediten standen zum Stichtag 31.8.2013 Vermögenswerte von 1,24 Millarden Euro gegenüber, so die WamS.

Konzernabschluss ist überfällig

Der Konzernabschluss für 2012 liegt immer noch nicht vor. Laut WamS streitet sich die Prokon mit den Wirtschaftsprüfern, ob in der Eröffnungsbilanz die „stillen Reserven“ ausgewiesen werden dürfen. Durch die kritische Medienaufmerksamkeit seien die Wirtschaftsprüfer sehr verunsichert worden, entgegnet die Prokon. Um diese Blockade zu beenden habe die Prokon jetzt entschieden, die stillen Reserven nicht in der Eröffnungsbilanz zu bewerten

Ist das Vertrauen der Anleger strapaziert?

Das gilt erst recht für diejenigen, die den erst vor Kurzem eingeführten Genussrechtstyp B gewählt haben. Dessen Laufzeit liegt bei 5 bis 10 Jahren. Bei ihnen werden die Zinsen nicht ausgeschüttet, sondern sofort wieder angelegt. Damit könnte Prokon die kurzfristigen Zinslasten senken und den Schuldendienst in eine fernere Zukunft verschieben. Für Resch Rechtsanwälte ein Warnzeichen.

Resch Rechtsanwälte: Anlegerschutz seit 1986. 27 Jahre Erfahrung.
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